Gaslaterne Nr. 9 – Nähe Umspannwerk


Bei dieser Gasleuchte handelt es sich um eine Reihenleuchte (Langleuchte) der Firma Schneider aus Hamm in Westfalen. Die Leuchte sitzt auf einem gebogenen
Peitschenmast aus Walzstahl und ist mit einem sechsflammigen Gruppenbrenner in Reihenanordnung ausgestattet. Die Leuchte besitzt ein Dämmerungsschaltersystem
der Firma Kalin aus Frankfurt. Aus der Mainmetropole stammt allerdings nicht die Schalttechnik, sondern die komplette Laterne. Sie war hier bis 2005 in Betrieb.

Der geschichtliche Hintergrund zu dieser Laterne ist folgender: 1935 war in Deutschland 81 % der öffentlichen Straßenbeleuchtung gasbetrieben. In quasi allen
Städten der DDR betrieb man bereits seit den frühen 50er Jahren eine starke Reduzierung der Gasstraßenbeleuchtung mit dem Ziel deren völliger Abschaffung.
Gaslaternen galten in der DDR als unmodern und unzeitgemäß. Lediglich in einigen Großstädten wie Berlin, Halle/Saale, Dresden, Chemnitz oder Zwickau hielt sich
die gasbetriebene Straßenbeleuchtung bis zum Ende der DDR, in Leipzig immerhin bis 1986. In kleineren und mittelgroßen Städten war hingegen schon bis
spätestens Anfang der 70er Jahre Schluss, so z.B. in Greiz um 1960, in Reichenbach 1966 oder in Plauen 1972.

In der Bundesrepublik aber hatte das Gasfach bis in die 60er Jahre hinein auch auf den Bereich der Straßenbeleuchtung einen deutlichen Einfluss. Noch in den
50er Jahren wurden in der BRD neue Gasleuchtenmodelle entwickelt. Diese damals modernen Gasleuchten entsprachen natürlich nicht mehr Bauformen aus dem
19. Jahrhundert, sondern wurden als Aufsatz-, Ansatz- oder Reihenleuchte ausgeführt. Berlin ist mit rund 44.000 (!) Exemplaren heutzutage die gaslaternenreichste
Stadt der Welt.

Die Energieversorgung Greiz GmbH hat 2008 ein Exemplar der L 56 auf ihrem Betriebshof aufgestellt.


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